Durch den ökonomischen Aufstieg Ostasiens hat Konfuzius, der als Vorbild für Disziplin gilt, in den letzten Jahren auch im Westen verstärkt Interesse gefunden. Der Begründer einer der großen ethischen Konzeptionen der Menschheit gilt dabei als ordnungsfrommer Tugendlehrer und Apologet der Anpassung. Gegen dieses Klischee wendet sich dieses Buch. Der Autor rekonstruiert anhand eigener Übersetzungen die Grundstruktur der Ethik des Konfuzius mit dem Ergebnis: Bei aller Betonung von Tradition und Gesellschaft beruht seine Ethik auf dem Gedanken des "Selbst" und der Autonomie - eine Analogie zum westlichen Denken, so daß die Kompatibilität der Wertsysteme doch größer zu sein scheint, als allgemein angenommen wird. "Höchste Weisheit und Menschlichkeit - wie könnte ich mir anmaßen, sie zu besitzen? Aber man kann sagen, daß ich mich unablässig um sie bemühe und nicht müde werde, andere zu unterweisen." Konfuzius.